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    Angst – unser bester Freund

    20. März 2017

20. März 2017

Angst – unser bester Freund

Angst ist ein starkes Wort und Selbstzweifel und Sorgen sind seine Verwandten. Und alle begleiten uns … ständig und überall. Erfolgreich sind nicht jene Menschen, die frei von Angst sind. Die gibt es nämlich nicht. Erfolgreich sind jene Menschen, die einen gesunden Umgang mit ihren Ängsten, Sorgen und Selbstzweifeln gefunden haben. Das sind dann diejenigen, die sich entwickelt haben, vom „worrier“ zum „warrior“ – vom Angsthasen zum Krieger.

Die Quelle unserer Ängste

Auch Tiere fürchten sich in einer gefährlichen Situation und darauf reagieren sie adäquat. Sie zweifeln aber nicht an sich und ihren Fähigkeiten, wenn es brenzlig wird. Sie handeln so wie es die Situation verlangt. Sie greifen an, die wehren sich oder sie flüchten. Und sie machen sich keine Sorgen darüber, was sie in drei Wochen essen werden. Punkt.

Warum können wir als Mensch das nicht? Es sind drei Aspekte, die uns von Tieren unterscheiden und  uns mit unseren Ängsten, Sorge und Selbstzweifel das Leben schwer machen.

Erwachsen werden

Kein Lebewesen ist solange auf fremde Hilfe angewiesen wie der Mensch. Jedes Neugeborene und Kind braucht die Hilfe seiner Eltern und seiner Umgebung. Eine Amsel wird nach dem Schlüpfen ca. 14 Tage von seiner Mutter im Nest gefüttert und dann braucht sie noch einmal 14 Tage, um fliegen zu lernen. Dann ist sie flügge. Ich kenne Menschen, die im Pensionsalter noch nicht flügge sind.

Fakt ist, der Mensch ist viele Jahre von seinen Eltern und seinem Umfeld abhängig. Will er überleben, dann ist er zu Beginn darauf angewiesen, dass er umsorgt wird, dass sich jemand um ihn kümmert und dass er nicht verlassen wird. Hier startet die Angst vor dem Verlust, vor dem Verlassen werden und vor der Zurückweisung. Wir alle tragen diese Angst mit uns herum. Von frühester Kindheit an müssen wir uns dafür einsetzen, dass wir nicht verlassen werden, dass wir unsere Ernährer nicht verlieren. Es dauert viele Jahre, bis wir in der Lage sind, sprichwörtlich auf eigenen Beinen zu stehen.

 

Sprache

Im Gegensatz zu den Tieren verfügen wir über eine sehr differenzierte Sprache. Das ist Segen und Fluch gleichzeitig. Unser Gehirn reagiert vor allem auf Sprache, also darauf, was wir von anderen hören, wie wir mit uns selbst sprechen und was wir über uns und andere denken. Sprache ermöglicht es uns, innere Bilder zu kreieren und zu interpretieren.

Nun können wir Sprache und Bilder als Werkzeug für uns einsetzen oder wir können beides als Waffe gegen uns selbst richten. Leider ist der Teil mit der Waffe die häufigere Option, die wir wählen.

Gedanken, wie …

  • „Ich kann das nicht.“
  • „Das wird aber schwierig.“
  • „Was ist, wenn das nicht funktioniert?“
  • „Die anderen verstehen mich nicht.“

sind Waffen, die wir gegen uns richten.

 

Fähigkeit zu lernen

Der Mensch verfügt über die Fähigkeit, sich immer weiter zu entwickeln und stets zu lernen, und zwar bis ins hohe Alter. Auch das unterscheidet uns von den Tieren. Diese erreichen einen bestimmten Entwicklungsstand und von dem geht es dann nur mehr sehr langsam weiter. Die Tiere, die viel lernen, treten dann im Zirkus auf. Unser Gehirn aber hat die Fähigkeit bis ins hohe Alter neue Synapsenverknüpfungen herzustellen und zu lernen. Neuroplastizität ist das Zauberwort.

Gleichzeitig ist unser Hirn aber faul. Es liebt die Dinge, die es kennt, und greift gerne immer wieder darauf zurück. Unser Hirn ist ein Minimalist, es nutzt nur einen Bruchteil seiner Kapazität und macht am liebsten Sachen, die es kann und kennt. Das nennt man dann auch Komfortzone.

Für Dinge, die uns nicht gut tun, gilt das leider auch. Ohne Impuls von außen macht unser Hirn immer dasselbe, egal ob es uns guttut oder nicht, da kennt es sich aus, das ist bekannt, da fühlt sich unser Hirn sicher.

Wollen wir aber lernen und uns weiterentwickeln, dann braucht unser Gehirn neue Impulse. Wir müssen unsere Komfortzone verlassen, damit wir uns weiterentwickeln und lernen können. Wenn wir uns nun dem Rand unserer Komfortzone nähern, dann triggern wir unsere alten, angeborenen und oft auch durch unsere Erziehung anerzogenen Ängste.

Jetzt hast du zwei Möglichkeiten damit umzugehen. Die eine Möglichkeit ist, dir selbst zu sagen:

„Aha, ich fürchte mich. Das ist gut so. Angst ist wichtig und schützt mich. Sie zeigt mir, dass Gefahr droht. Jetzt wird es gefährlich. Also ziehe ich mich zurück, weil gefährlich ist gar nicht gut.“

Die andere Möglichkeit wäre:

„Aha, ich fürchte mich. Das ist gut so. Das ist das Signal, dass ich dabei bin, meine Komfortzone zu verlassen. Ich will mich weiterentwickeln, also zeigt mir die Angst, dass ich am richtigen Weg bin, nämlich am Weg heraus aus meiner Komfortzone. Ich bin wachsam und aufmerksam und werde mich nun Schritt für Schritt weiterbewegen.“

Spaßbremse oder Antreiber

Lässt du die Angst zu, dann hast du deine Angst zu deinem besten Freund gemacht.

Du kannst nicht kontrollieren, wie deine Außenwelt auf dich reagiert. Du kannst nicht kontrollieren, was bei dem herauskommt, was du machst. Aber was du machst, wie du es machst, was du dir dabei denkst und welche Bilder du dabei im Kopf hast, darüber hast du die volle Kontrolle.

Du kannst entscheiden, ob deine Ängste, Sorgen und Selbstzweifel deine Spaßbremsen sind oder ob sie dich dazu antreiben, dich weiterzuentwickeln, zu lernen, eine bessere UnternehmerIn oder gar ein besserer Mensch zu werden.

So bleibst du im Spiel. Du kannst dir überlegen, was du noch lernen musst, was du noch üben musst, wer dir dabei helfen könnte und was du sonst noch brauchst, damit aus deinen Wünschen Ziele werden.

Ein Anfang

Mach deine Ängste zu deinem Freund. Ein erster und wichtiger Schritt dafür ist es, deine Sprache anzupassen. Das ist ein relativ einfacher Schritt, denn über unsere Sprache haben wir – zumindest meistens – die volle Kontrolle.

Ein einfacher Trick dabei ist es, dir selbst neue Fragen zu stellen:

  • Wovor habe ich Angst?
  • Was kann ich tun, damit ich trotzdem ins Handeln komme?
  • Was muss ich lernen, damit ich mich wohler fühle, und was kann ich als ersten Schritt unternehmen?
  • Wer kann mir helfen, mein Ziel zu erreichen?
  • Was will ich lernen, wenn ich den ersten Schritt setze?

 

Mit einer solchen Fragestellung unterstützt du dein Gehirn gleich mehrfach:

 

  • Du veränderst den Fokus. Du schaust auf das Ergebnis und wie du dorthin kommst. Du lenkst deinen Fokus weg von dem, was nicht alles passieren könnte. In dieser Hinsicht ist unser Gehirn höchst kreativ. Wir neigen gerne dazu, dass wir uns in Dinge hineinsteigern. Das gilt sowohl für das Positive als auch für das Negative. Diese Überlegung konsequent zu Ende gedacht, macht es klar, warum dann häufig genau das eintritt, wovor wir uns am meisten gefürchtet haben.
  • Mit deinem veränderten Fokus verändert sich deine Energie. Mit deiner veränderten Energie und dem Fokus auf die Lösung wirst du andere Dinge wahrnehmen. Es ist dir ganz sicher schon aufgefallen, dass du vor allem die Dinge wahrnimmst, mit denen du dich intensiv beschäftigst. So wird es auch hier sein. Du wirst plötzlich beginnen, Dinge wahrzunehmen, die dich bei der Umsetzung deiner Ideen unterstützen werden.
  • Unser Gehirn macht keinen Unterschied, ob Dinge in der Realität oder nur im Kopf passieren. Damit hat unser Kopfkino eine wesentlich größere Bedeutung für uns, als wir glauben. Mit den auf das Ziel fokussierten Fragen triggern wir unser Kopfkino in Richtung Lösung und steigern damit die Chance auf einen positiven Ausgang massiv. Und selbst wenn sich unser Vorhaben nicht oder noch nicht so gut entwickelt, wie wir uns das erwünscht haben, dann können wir uns fragen, was wir gelernt haben, was jetzt schon funktioniert hat und was wir das nächste Mal anders machen wollen.

Fazit

Wir haben keine Kontrolle darüber, was im Außen passiert. Was wir kontrollieren können, sind die Dinge, die sich in unserem Inneren abspielen. Unsere Ängste, Sorgen und Selbstzweifel sind uns angeboren und werden durch Erziehung und andere äußere Einflüsse verstärkt. Wenn wir uns als Mensch und UnternehmerIn weiterentwickeln wollen, dann kommen wir nur dann weiter, wenn wir unsere Ängste als Antreiber und Motor zur Weiterentwicklung annehmen. Ein erster Schritt ist es, dass wir uns in den Situationen, in denen Angst auftaucht, neue Fragen stellen.

Viele Wege führen nach Rom. Für jeden von uns sind unterschiedliche Zugänge hilfreich. Hier sind einige Videos, die dir vielleicht weiterhelfen können.

https://www.youtube.com/watch?v=qChXgko3sJs / Brendon Burchard – How to deal with anxiety
https://www.youtube.com/watch?v=qChXgko3sJs / Angela Ceberano / Be the warrior not the worrier
https://www.youtube.com/watch?v=zCv-ZBy6_yU / Marisa Peer / To reach beyond your limits by training your mind

 


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