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    Erfolgsgeschichte

    3. April 2017

3. April 2017

Erfolgsgeschichte

Interview mit Sylvia Regner, Yogalehrerin und Controllerin – eine individuelles Unternehmerkonzept

Sylvia, bitte erzähle den Lesern, was du gerade beruflich machst, wovon du lebst!
Ich bin derzeit in zwei Jobs tätig. Einerseits bin ich mit 20 Wochenstunden als Controllerin in einem jungen Energieserviceunternehmen angestellt und sonst gebe ich Yogastunden, halte Yogaworkshops und Yogaseminare ab.

Wie geht es dir dabei?
Danke, es geht mir sehr gut. Ich habe …
meine ideale Mischung gefunden. Freiheit durch Selbständigkeit und eine „gefühlte“ Sicherheit durch eine Anstellung.

Das war aber nicht immer so. Wie ist es dir vor zwei Jahren gegangen?
Vor zwei Jahren ist es mir sehr schlecht gegangen. Ich war viele Jahre als Controllerin in einem großen Unternehmen beschäftigt. Dort habe ich eine schöne Karriere gemacht, mich beruflich wunderbar entwickelt und gut verdient. Dann habe ich beschlossen, meine große Liebe zum Yoga zu meinem Beruf zu machen. Ich habe ein bestehendes Yogastudio erworben. Das war vor sechs Jahren. Damals hat mich noch mein damaliger Mann unterstützt.

Aber warum ist es dir dann so schlecht gegangen?
Ich konnte zwar meine große Leidenschaft leben. Aber alles andere, was zum Betreiben eines eigenen Yogastudios dazugehört, hat mich wahnsinnig überfordert:

  • Buchhaltung,
  • Gestalten des Studios,
  • Diskussionen mit dem Vermieter,
  • Werbung,die Website aktuell halten,
  • das Newsletter schreiben und versenden,
  • Einteilung der Yogalehrer,
  • allgemeine Administration,
  • Vertretungen finden,
  • Preisgestaltung,
  • Stunden vorbereiten,
  • Workshoptermine finden, bewerben, planen, …
  • mit Partnern (Hotels, Gastyogalehrern, Kunden) kommunizieren,
  • Behördenwege,
  • Steuerberater,
  • diverse Problemlösungen,
  • Kundenakquisition für Raumvermietung,
  • etc.

Das alles sind Tätigkeiten, die vielleicht jede für sich Spaß macht, aber alles zusammen genommen hat das keinen Raum gelassen, um es auch mit Freude zu machen. Diese Tätigkeiten haben meine gesamte Zeit und Energie in Anspruch genommen, so dass ich beim  Unterrichten von Yoga und beim Inspirieren von Menschen auch nur noch ganz wenig Freude hatte.
Dazu ist noch gekommen, dass mein Mann und ich uns nach sehr vielen Jahren getrennt haben und die ganze Last auf meinen Schultern geblieben ist. Das Einkommen war auch nicht so, dass sich ein bequemes Leben finanzieren ließ. Im Gegenteil, ich bin gerade so durchgekommen. Ich habe die volle Härte des Lebens einer Einzelunternehmerin gespürt.

Du musstest also etwas ändern! Was hast du getan?
Dann habe ich dich getroffen und wir haben begonnen, miteinander zu arbeiten. Im ersten Schritt haben wir meine wahren Stärken herausgearbeitet. Darauf aufbauend haben wir uns angesehen, was ich eigentlich wirklich will.

Was war die zentrale Erkenntnis für dich aus diesen ersten Schritten?
Zunächst wurde mir klar, dass ich es liebe, Yoga zu unterrichten und andere Menschen in ihrem Leben zu mehr Bewusstsein und Achtsamkeit zu verhelfen. Das ist auch der Bereich, in dem ich immer gutes Feedback bekomme und weshalb meine Kunden sehr gerne zu mir kommen.Ich habe eine wirtschaftliche Ausbildung. Mir wurde aber klar, dass ich zwar eine gute Controllerin bin, aber es macht mir wenig Freude, Dinge selbst zu entscheiden und dafür die Verantwortung tragen zu müssen.
Und dann hatte ich noch eine zweite, ganz wichtige und zentrale Erkenntnis. Ich hatte immer das Gefühl, dass ich Hilfe und Unterstützung brauche. Das hat mich sehr frustriert und ich hatte immer ein schlechtes Gefühl dabei, jemanden um Hilfe zu bitten.
Im Zuge unseres gemeinsamen Prozesses wurde mir klar, dass ich eigentlich sehr gut netzwerken kann. Ich erkenne Potenziale in Menschen, kann Menschen vernetzen, weiß sehr gut, von wem ich welche Hilfe bekommen kann und wen ich gut unterstützen kann. Das hat meine Sichtweise komplett verändert. Aus einer vermeintlichen Schwäche wurde eine Ressource, die ich gezielt zu meinem eigenen und zum Wohle der Anderen einsetzen konnte. Damit habe ich mich nicht mehr hilfsbedürftig gefühlt und mein Selbstbewusstsein wurde gestärkt.

Wie ist es dann weitergegangen?
Mit dieser Erkenntnis musste ich dann nicht mehr mit Biegen und Brechen mein Studio weiterbetreiben. Mit der Zeit konnte ich mir immer mehr vorstellen, meine Yogaaktivitäten zu reduzieren und parallel dazu eine angestellte Tätigkeit zu suchen.
Mit Unterstützung von dir haben wir dann eine gute Lösung für das Studio gefunden. Ich habe das Studio abgegeben. Ich konzentriere mich nun auf die Yogaaktivitäten, die mir Freude bereiten, und miete mich dafür auch in anderen Studios ein. Der Großteil meiner Schüler ist mir sowieso treu geblieben.
Damit habe ich die für mich ideale Mischung aus Struktur und Freiheit gefunden.

Sylvia, was macht diese Mischung aus, was ist für dich die Essenz?
Wie in den meisten wirtschaftliche Berufen, ist die Tätigkeit als Controllerin eine sehr kopflastige Arbeit. Drei Tage in der Woche bin ich da gefordert und mehr in der „Aktivität“. Das ist auch gut so. Würde ich das aber ausschließlich machen, dann würde ich die Verbindung zu mir und meinem Herzen verlieren. In der Zeit, in der ich Yoga unterrichte, wird mein Kopf wieder frei und ich kann mich meinen Meditationen und meiner persönlichen Yogapraxis widmen, sie lässt mich meine „Entspannung-Seite“ leben. Damit bleibt mein Leben ausgewogen. Durch diese Gegensätze in meinem Leben nehme ich die unterschiedlichen Anteile in mir besser wahr und kann beide Seiten besser schätzen.

Welche Tipps würdest du anderen EinzelunternehmerInnen, Solopreneuren und Freelancern, die in einer ähnlichen schwierigen Situation sind, wie du es warst, geben?
Das Schwierigste für mich war es, die Zeichen, dass ich ein für mich unpassendes Lebenskonzept gewählt habe, anzunehmen und nicht dagegen anzukämpfen. Erst als ich aufgehört habe, gegen die Schwierigkeiten anzukämpfen, und begonnen habe, den Sinn darin zu suchen, begann sich meine Situation zu ändern. Das ist nicht schnell, aber sehr stetig gegangen.
Mein erster Rat ist also, die Situation so anzunehmen, wie sie ist, und dann den Sinn darin zu suchen.
Mein zweiter Rat ist es, sich Unterstützung bei der Suche nach den Zielen und Konzepten zu holen. Wichtig dabei ist es, sich vorerst nicht zu schnell auf ein bestimmtes Ziel hin auszurichten. Die toll und smart formulierten Ziele sind meistens kopfgesteuerte Ziele. Für mich war es wichtig, zunächst meinen eigenen Weg und die grobe Richtung zu finden. Hätte ich das nicht gemacht, dann würde ich heute noch immer versuchen, mein Yogastudio zu optimieren. Extrem hilfreich war es für mich, mir über meine wahren Stärken klar zu werden und meinen weiteren Weg darauf aufzubauen.
Mein dritter Rat schließt direkt an den zweiten an. Bei aller Wichtigkeit von Zielen ist es unerlässlich, für alternative Lösungen offen zu sein. Im Laufe des Prozesses bin ich immer wieder vor verschlossenen Türen gestanden. Aber das Nachdenken und das Nachspüren von Alternativen haben mir geholfen, über mich und mein Geschäft zu lernen, und haben immer wieder neue Türen aufgestoßen. Wichtig war für mich die Erkenntnis, dass der Verstand die Ziele festlegt und das Herz damit blockiert.

Das klingt nach einer sehr tiefgreifenden Veränderung, nicht nur für dein Geschäft, sondern auch für dich selbst?
Ja, so ist es. Du hast mir bei der Entwicklung meines Geschäftes sehr geholfen und auch eine persönliche Entwicklung bei mir angestoßen.

Du hast zuerst darüber gesprochen, dass du nun dein Netzwerk viel bewusster pflegst und dadurch mehr Zugriff auf hilfreiche Ressourcen hast. Wo hast du dir Unterstützung für deine persönliche Entwicklung geholt?
Ich habe viel gelesen und mit unterschiedlichen Menschen gesprochen. Sehr geholfen haben mir die geführten Meditationen von Robert Betz.

Sylvia, danke für das Gespräch! / www.yoganotion.at

 


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