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    Strategie? – WOZU???

    24. Mai 2017

24. Mai 2017

Strategie? – WOZU???

Strategie ist nur etwas für große Unternehmen. Das hört man von vielen EPUs, Solopreneuren und Freelancern. Das stimmt auch, wenn du:

  1. keine längerfristigen Ziele hast,
  2. der Einzige bist, der eine bestimmte Dienstleistung anbietet und dafür genügend Kunden hast,
  3. nicht davon leben musst.

Wenn das auf dich nicht zutrifft, dann kann es dir helfen, eine Idee davon zu haben, was eine Strategie ist und was eine durchdachte Strategie für dich tun kann.
Strategie ist ein spanisches Dorf. Auch das höre ich immer wieder. Auch das kann ich so nicht bestätigen, denn eine Strategie ist im Grunde genommen nichts anderes als ein Plan. Vielen EPUs, Solopreneuren und Freelancern stellt es beim Gedanken an einen Plan oder ToDo Listen die Nackenhaare auf.

  • Ein Plan ist etwas für Technokraten,
  • ist unspontan,
  • engt ein,
  • ein Plan ersetzt den Zufall durch den Irrtum usw.

Ganz so schlimm ist ein Plan aber nicht, wenn du dir vorstellst, dass du mit ihm die Geschichte deiner unternehmerischen Aktivität erzählst. Mit dem Plan erzählst du eine Geschichte über dich, über das, was du machst und vorhast, wo die Reise hingehen soll, wie du dort hinkommst usw.
So gesehen, ist der Plan schon nicht mehr ganz so bedrohlich.

Warum überhaupt Strategie

Dass du eine Geschichte über dich und die Zukunft deiner unternehmerischen Tätigkeit erzählen kannst, ist wichtig. Vielleicht hast du deine Ziele und Visionen noch nicht niedergeschrieben, aber es gibt sie. Ohne Plan bleiben diese Ziele aber Wünsche. Wenn du Glück hast, gehen sie in Erfüllung. Die Chance erhöhst du aber, wenn du einen Plan hast.
Das Erzählen der Geschichte über dein Ziel und den Weg, wie du dorthin kommen möchtest, und die Aktivitäten, die du setzt, hilft dir, selbst Klarheit zu bekommen. Im Niederschreiben, im Erzählen und im Darüberreden entsteht der Plan.
Du überlegst dir, was du tun möchtest, sprichst mit anderen darüber, probierst etwas aus, recherchierst und schreibst deine Überlegungen nieder. In diesem Prozess wirst du immer wieder AHA Erlebnisse haben. Du wirst Erkenntnisse gewinnen und so wirst du dir im Laufe der Zeit immer klarer über den Weg, dich selbst und deine Ziele.
Aus der Geschichte wird ein Plan und der Plan hilft dir bei der Umsetzung. Dir geht die Orientierung nicht verloren, du weißt, wo du stehst, und du hast immer eine Messlatte und einen Vergleich.

NICHT WIE …

WIE du etwas machst, ist bei einem strategischen Plan vorerst noch nicht die Frage. Ich gehe einmal davon aus, dass du das, was du machst, auch gut machst. Du bist aber nicht alleine damit. Es gibt – bis auf wenige Ausnahmen – viele andere Menschen, die etwas Ähnliches machen wie du. Viele von ihnen machen es auch gut, auf ihre Art und Weise. Natürlich kannst du versuchen, es noch besser zu machen oder es billiger zu machen. Das ist aber nur zum Teil hilfreich.

Hast du schon einmal eine Luftaufnahme vom Start des New York-Marathons gesehen? Das sieht doch spektakulär aus, wenn da tausende Menschen am Start stehen und auf den Startschuss warten. Wenn der dann fällt, dann bewegt sich diese Masse wie ein riesiger Wurm. Wenn man dann hineinzoomt, sieht man wie – gerade am Anfang – um jeden Zentimeter gekämpft wird. Mit der Zeit lockert sich das Feld langsam auf. Aber es sind immer noch tausende Läufer, die auf derselben Straße darum kämpfen, schneller zu sein.

So ähnlich wird es dir gehen, wenn du dich nur darauf konzentrierst, WIE du deine Dienstleistung, deinen Verkaufsprozess noch besser machen kannst. Das ist schon wichtig, aber nicht ausschließlich, denn dann werden alle anderen auch versuchen, es besser zu machen. Wenn du mit deinem Geschäft erfolgreich sein willst, ist es zu wenig, deine Dienstleistung, deine Lösung oder dein Produkt besser zu machen.

… SONDERN WAS

Die Essenz der Strategie ist die Frage nach dem WAS. Es geht darum, mit der Zeit herauszufinden, WAS du tun musst, um deine Ziele und deine Vision zu erreichen. Um das Beispiel vom Marathon aufzugreifen, könntest du dich fragen, ob der Marathon überhaupt das Richtige für dich ist. Vielleicht passt ja ein Orientierungslauf besser für dich oder ein CrossCountry-Lauf oder eine ganz andere Sportart.
Hier geht es um ganz grundsätzliche Fragen. Es geht um dich, deine KundInnen und die Welt, in der ihr lebt. Welche Probleme haben deine KundInnen heute? Welche Probleme werden sie in Zukunft haben? Wie werden sich gesellschaftliche, politische, umweltrelevante Themen auf dich und deine KundInnen auswirken?
Ist dir das zu abstrakt und theoretisch? Hier habe ich ein paar Beispiele:

  • Steigende Scheidungsraten werden wahrscheinlich dazu führen, dass immer mehr Menschen in Patchworksituation leben. Daraus werden sich wahrscheinlich ganz spezielle Anforderungen, Wünsche oder Bedürfnisse ergeben.
  • Der starke Zuzug und der Anstieg des Anteils der Menschen mit Migrationshintergrund wird zu ganz besonderen Anforderung bei den Menschen selbst, aber auch bei ihrer Umgebung führen.
  • Die Babyboomer der 60er Jahre werden in den kommenden Jahren ins Pensionsalter kommen. Auch das wird zu ganz besonderen Anforderungen führen und das Entstehen neuer Dienstleistungen mit sich bringen.

Das sind nur ein paar wenige Beispiele, wie sich unsere Umwelt verändern könnte. Für deinen Bereich gibt es ganz sicher auch solche Entwicklungen, die für dich und deine KundInnen relevant sein könnten. Du beginnst mit deinen Überlegungen im Hier und Jetzt. Wenn du aber über deine Ziele in den kommenden 3, 5 oder gar 10 Jahren nachdenkst, dann macht es Sinn, solche Entwicklungen in deine Überlegungen miteinzubeziehen.
Wenn du das verinnerlicht hast, dann ist das schon die halbe Miete. Du kannst nämlich davon ausgehen, dass sich der Großteil deiner Mitbewerber darauf beschränkt zu überlegen, wie sie oder er ihr Angebot besser machen kann. Wie sie das, was sie machen, optimieren. Dieser Zugang kann funktionieren, wenn das, was sie machen, zufällig die Erreichung ihres Zieles unterstützt. Wenn ich aber nicht weiß, ob das, WAS ich mache, mir hilft, meinem Ziele näherzukommen, optimiere ich womöglich das Falsche.

FAZIT

Ohne Plan bleibt das Ziel ein Wunsch. Viele kennen diesen Spruch, aber nur wenige handeln danach. Ein strategischer Plan beschreibt die Geschichte deiner unternehmerischen Tätigkeit in der Zukunft. Bei der Erstellung eines strategischen Plans überlegst du dir, was du tun wirst, um deine Ziele zu erreichen. Wenn du einen Plan hast, dann kannst du immer das Ergebnis deiner Handlungen mit dem vergleichen, was du dir vorgenommen hast. Das versetzt dich in die Lage, Anpassungen vorzunehmen. Es geht nicht um die Frage, WIE du etwas besser machen kannst, es geht um die Frage, ob das, WAS du machst, das Richtige ist, um deine Ziele zu erreichen.
Im nächsten Artikel schauen wir uns an, welchen Grundsätzen eine Strategie folgen sollte, was alles zu einer Strategie dazugehört und was sie von einem Geschäftsplan unterscheidet.


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