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    Ziele reloaded

    8. Mai 2017

8. Mai 2017

Ziele reloaded

Was wurde aus deinen Vorhaben für das laufende Jahr?

Du hast dir für dieses Jahr einige Ziele gesetzt? Heute nähern wir uns der Mitte des Jahres. Die ersten Ergebnisse deiner Vorhaben solltest du jetzt sehen. Gibt es schon Ergebnisse oder erinnerst du dich erst jetzt daran, dass du dir eigentlich Einges vorgenommen hast? Wenn es bisher nicht so gelaufen ist, wie du dir das vorgenommen hast, dann ist jetzt ein guter Zeitpunkt, innezuhalten.

Warum wir unsere Ziele oft nicht erreichen und wie du das für dich ändern kannst?

Du hast dein Ziel zu schnell konkret formuliert

Spezifisch, messbar, attraktiv, realistisch und terminiert, so müssen SMARTe Ziele formuliert sein. So erklären uns das die Ratgeber. Aber Vorsicht, da lauert eine Falle und in die tappen viele. Beim Formulieren und Festlegen unserer Vorhaben sind wir nämlich oft viel zu schnell.
Smarte Ziele sind wichtig für die Planung eines konkreten Projektes oder die Erstellung eines Umsetzungsplanes. Für den Zielfindungsprozess selbst sind sie ungeeignet. Wenn wir zu schnell smarte Ziele setzen, engen wir uns unnötig ein. Die Ziele werden dann unehrgeizig. Das passiert, weil wir uns nicht gerne aus unserer Komfortzone herausbewegen. Manchmal schlägt das Pendel auch aus. Schließlich sollen wir uns ja ehrgeizige Ziele setzen. Dann kann es leicht passieren, dass die Ziele unrealistisch werden.
In beiden Fällen sinkt die Wahrscheinlichkeit, dass wir unsere Ziele erreichen.
Ein Trick, um nicht in diese Falle zu laufen, ist, einmal vor sich hin zu träumen und damit zu beginnen, Ziele zu formulieren, die unseren Träumen möglichst nahekommen. Das öffnet unseren Geist und unseren Horizont. Vielleicht machen uns solche Ziele auch ein wenig Angst. Auch das ist gut so. Das gibt Energie und macht kreativ.

Du hast dir ein zu „niedriges“ Ziel gesetzt

Also ein Ziel das von deiner bisherigen Erfahrung, von deinem derzeitigen Können und deinen jetzigen Fähigkeiten ausgeht. Einerseits sollen wir uns ehrgeizige Ziele setzen, auf der anderen Seite sollen wir unsere geschäftlichen Aktivitäten auf unseren bestehenden Stärken aufbauen.
Das widerspricht sich – aber nur scheinbar!
Als Mensch sind wir auf Wachstum und Entwicklung programmiert. Natürlich wird mit dem gekocht, was da ist. Aber wir wollen, sollen und müssen uns weiterentwickeln. Wenn wir nicht nach Entwicklung streben, dann wird es sehr schnell langweilig und unbefriedigend.
Setze dir bewusst Ziele, die dich herausfordern … steht eh in jedem Ratgeber. Damit es aber funktioniert, überlegst du dir gleich mit, was du lernen musst, um dein Ziel zu erreichen. Du machst dir einen Plan, wie du dir das Wissen und das Können aneignest, um dein Ziel zu erreichen. Damit gelingt es dir wesentlich besser, die notwendige Spannung aufrechtzuerhalten.

Du hast dir einsame Ziele gesetzt

Die Höchststrafe beim Setzen von Zielen sieht ungefähr so aus:
Du setzt dir 5 smarte Ziele, die dich nicht herausfordern, nichts miteinander zu tun haben und keinen Bezug zu deinem Lebensweg, Lebensziel, höheren Sinn – nenne es wie du willst – haben. Dir wird der Sinn deiner Ziele sehr schnell abhandenkommen.
Das willst du natürlich nicht. Du könntest daher Folgendes probieren:
Beim Formulieren oder beim Neuformulieren deiner Ziele stellst du dir die folgenden zwei Fragen:

  • Was hat dieses Ziel mit meinem Lebensplan zu tun?
  • Bringt mich dieses Ziel in meinem Lebensplan weiter?

Das machst du für jedes deiner Ziele.

Du hast deine Ziele schubladiert*?

*Schubladieren auch schubladisieren (österreichisch/schweizerisch): einen Plan, ein Vorhaben in die Schublade, das Schubfach stecken, sich nicht mehr damit beschäftigen.
Du hast dir Zeit genommen, Ziele zu formulieren, und dann hast du sie schubladiert*? 
Ziele und die damit verbundenen Vorhaben haben die Neigung, aus dem Fokus zu geraten. Es gibt immer wichtige und dringende Themen, die plötzlich und unerwartet auftauchen. Diese Themen überdecken dann unsere ursprünglichen Vorhaben und diese geraten dann heimlich, still und leise in Vergessenheit.
Gewöhne dir eine Routine an, mit der du die Arbeit an deinen Zielen reflektierst. Am besten nimmst du dir einmal pro Woche eine Stunde Zeit. Setz dich hin und überprüfe, was gelungen ist, was weniger gelungen ist und wie du die nächste Woche weitermachen wirst. Wenn du diese Routine einigermaßen konsequent beibehältst, kann kein Ziel in Vergessenheit geraten oder unter den Tisch fallen. Vielleicht musst du es anpassen. Aber das ist eine andere Geschichte.

Dein Ziel hat keine emotionale Kraft

Sich an den von vielen Ratgebern empfohlenen Prozess zu halten und sich die berühmten SMARTen Ziele zu setzen, klingt sehr vernünftig. Ein klarer Prozess, klare Aufforderungen, wie ein Ziel auszusehen hat, logisch, rational und vernünftig, aber sicher nicht sexy. Heute wissen wir, dass wir mit unserem Verstand alleine nicht weiterkommen. Es braucht mehr. Es braucht unsere Emotionen, unseren Bauch und unseren Körper. Ziele müssen ganzheitlich sein, damit sie funktionieren, und ganzheitlich hört nicht beim Kontext auf. Sie müssen etwas mit dir zu tun haben und da spielen deine Emotionen eine zentrale Rolle. Ohne Emotion sind deine Ziele eine reine Checkliste.
Damit du deinen Zielen eine emotionale Kraft verleihst, kannst du dir folgende zwei Fragen stellen:

  • Warum will ich dieses Ziel erreichen?
  • Welche Bedeutung hat das Ziel für mich?

Und dann beobachtest du und reflektierst während der Umsetzung. Und beim geringsten Fortschritt belohnst du dich und zwar sofort und unmittelbar. Damit verleihst du deinen Ergebnissen Bedeutung und integrierst den Fortschritt in dein Leben. Und spannender wird es auch.

Du setzt dir ausschließlich Ergebnisziele

Kopfgesteuerte Ziele sind fast immer Ergebnisziele.

  • Mein Umsatzziel ist X €.
  • Ich habe Y neue Kunden.

Das sind die üblichen Ziele, wie sie in großen Unternehmen gesetzt werden. Wenn man Glück hat, dann darf man an der Formulierung mitarbeiten. Der Normalfall ist aber, dass man ein Umsatz-, Gewinn- oder Kostenziel vorgegeben bekommt.
Solche Ziele verursachen aber zumindest ein großes Problem. Wir haben nämlich kaum Kontrolle über Ergebnisziele, weil wir von zu vielen Außenfaktoren abhängig sind. Damit besteht die Gefahr, dass wir schnell frustriert sind, wenn wir das Ziel nicht erreichen.
Die gute Nachricht ist, du bist ein EPU, Solopreneur oder Freelancer. Du hast die Kontrolle über deinen Zielfindungs- Zielsetzungsprozess und damit auch über die Ziele, die du dir setzt.
Also setzt du dir Ziele, die du kontrollieren kannst. Das sind überwiegend prozessorientierte oder verhaltensorientierte Ziele. Du ergänzt die SMARTen ergebnisorientierten Ziele mit cleveren Zielen. Das sind eben prozessorientierte oder verhaltensorientierte Ziele.
Z.B. könnte ein Ziel sein, dass du mit 10 potenziellen KundInnen über deine Dienstleistung sprichst. Dann kannst du die Erfahrung daraus reflektieren. Du könntest dir zum Beispiel überlegen, mit wie vielen potenziellen KundInnen du sprechen musst, damit du auf die gewünschte Anzahl an Kunden kommst. Oder du kannst dir überlegen, was du tun musst, damit du mit weniger potenziellen Kunden sprechen musst, usw.
Du wirst sehen, dass du damit wesentlich schneller ans Ziel kommst, als wenn du an einem reinen Ergebnisziel hängst. Deine Ziele sind dann clever und smart.

Du nimmst dein Ziel nicht ernst genug

Diesen Punkt kann ich sehr schnell abhandeln. Wenn du deine Ziele und vor allem die Maßnahmen, die notwendig sind, um deine Ziele zu erreichen, nicht planst und terminisierst, dann wird nichts daraus.
Also schreibe alle Maßnahmen und Umsetzungsschritte in deinen Kalender. Das ist ein einfacher, aber extrem wirkungsvoller Trick, wie du dir selbst zu mehr Disziplin verhilfst. Dein Kalender wird so zu deinem „accountability Partner“.
Das ist ein neuer Modebegriff in der „Wie werde ich produktiver“-Szene. Dort wird empfohlen, dass du dir jemanden suchst, mit dem du regelmäßig darüber sprichst, ob du eh noch auf Plan bist. Das ist sicher eine feine Geschichte, wenn man so jemanden hat. Im Prinzip reicht aber ein Kalender.

Statt einem Fazit die Aufforderung: Starte noch einmal durch

Wir nähern uns der Jahresmitte. Jetzt ist ein guter Zeitpunkt, noch einmal durchzustarten. Vor allem, wenn die ersten Monate nicht so gelaufen sind, wie du dir das vorgestellt hast oder du es geplant hast.
Nimm dir für den Neustart nicht zu viel vor. Formuliere ein wichtiges Vorhaben oder ein wichtiges Ziel, das du in den nächsten sechs Wochen erledigt haben möchtest. Das planst du und setzt es nach der vorgestellten Anleitung um. Du planst clever und smart.
Danach reflektierst du, schaust dir an, wie es gelaufen ist, und korrigierst, wo es notwendig ist. Für den Rest des Jahres nimmst du dir drei große Vorhaben vor. Ende September ziehst du eine Zwischenbilanz und korrigierst entsprechend.

Ich wünsche dir gutes Gelingen und ich freue mich auf deinen Erfahrungsbericht.


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